TRAUMASENSIBLE TRAUERBEGLEITUNG
„Ich setzte den Fuß in die Luft, und sie trug.”
Hilde Domin
Traumasensible Trauerbegleitung
Trauer ist eine natürliche und notwendige Reaktion auf einen schweren Verlust. Sie betrifft den ganzen Menschen – Gefühle, Gedanken, Körper und Nervensystem. Trauer ist kein linearer Prozess, sondern individuell und ganzheitlich; sie braucht Zeit und will erlebt werden. Sie ist wesentlich, um nach einem Verlust innerlich weiterleben zu können.
Wird ein Verlust von einem traumatischen Ereignis begleitet – etwa durch plötzlichen, unerwarteten oder gewaltsamen Tod, Unfall, Suizid, schwere Krankheit oder kollektive Gewalterfahrungen – sind Trauer und Trauma häufig eng miteinander verwoben. Das Erleben kann überwältigend sein und das innere Gleichgewicht erschüttern. In solchen Fällen ist häufig zunächst Stabilisierung und traumasensible Begleitung notwendig, um langfristige Belastungsfolgen wie eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) zu vermeiden.
Ein traumatischer Verlust kann gekennzeichnet sein durch:
• Plötzliches, unerwartetes oder gewaltsames Geschehen
• Tod zur „Unzeit“ (z. B. Verlust eines Kindes)
• Ereignisse, die viele Menschen gleichzeitig betreffen (Krieg, Terror, schwere Unglücke)
Erschwerte Trauer hängt zudem von der aktuellen Lebenssituation und von früheren Verlusten ab, die sich emotional wieder aktualisieren können.
Traumasensitive Trauerbegleitung unterstützt dich dabei, inneren Halt, Stabilität und Orientierung zurückzugewinnen, sodass neben dem Schmerz auch Verbindung, Lebendigkeit und neue Ausrichtung möglich werden.
Häufige Symptome bei Trauer
Nach einem schweren Verlust können sich vielfältige Symptome zeigen:
Psychische Symptome:
• Traurigkeit, Seelenschmerz, Ängste, Panik
• Schuld- und Schamgefühle, Überforderung, Hoffnungslosigkeit
• Wut, Aggression, Unruhe, Anspannung
• Einsamkeit, Rückzug, Verlustängste
• Konzentrationsschwäche, Flashbacks, Identitätskrisen, depressive Verstimmungen
Körperliche Symptome:
• Enge, Erstarrung, Unruhe, Erschöpfung
• Schlaf- und Essstörungen
• Herz-, Magen-, Darm- oder Atembeschwerden
• Erhöhte Infektanfälligkeit
Symptome können an besonderen Tagen wie Geburtstagen, Todestagen oder Jahrestagen verstärkt auftreten.
Meine Arbeitsweise
Traumasensitive Trauerbegleitung ist eine achtsame, ressourcenorientierte Prozessarbeit, die Selbstregulation, Stabilität und Resilienz stärkt.
Grundlage meiner Arbeit sind die körperorientierten Ansätze Somatic Experiencing (SE)®und NARM® (Neuroaffektives Beziehungsmodell):
• SE®unterstützt die schrittweise Regulation des Nervensystems und die Lösung traumatischer Stress- und Schockreaktionen über das gegenwärtige Körpererleben. So kann wieder Halt, Sicherheit und Atemraum entstehen.
• NARM®ergänzt diesen Ansatz, indem es bindungs- und entwicklungsbezogene Muster behutsam in den Blick nimmt, die durch Verlust aktiviert werden können, z. B. alte Bindungsverletzungen, Schuldgefühle oder existentielle Fragen.
Ergänzend fließen Elemente aus Meditation und einer spirituell offenen Haltung in die Begleitung ein. Sie können helfen, innere Präsenz, Verbundenheit und einen größeren inneren Zusammenhang zu erfahren.
Auf Wunsch kann ich dich zusätzlich mit homöopathischen Impulsen unterstützen, eingebettet in den laufenden therapeutischen Prozess.
Trauer verarbeiten und integrieren
Der Fokus meiner Begleitung liegt darauf, deine eigenen Ressourcen zu stärken und dich wieder mit deiner inneren Kraft zu verbinden. Ziel ist es, dass Trauer und Schmerz dich nicht überwältigen, sondern dass sich Stabilität und Selbstregulation Schritt für Schritt entwickeln. So wird es möglich, im Hier und Jetzt zu bleiben, ohne von Sorgen oder Ängsten vor der Zukunft bestimmt zu werden.
Die Begleitung kann dich unterstützen:
• Trauer und Schmerz anzunehmen, ohne dich darin zu verlieren
• Emotionen als wesentlichen Teil des Heilungsprozesses zu verstehen
• aus überwältigenden Zuständen in einen aktiven, selbstwirksamen Umgang mit Trauer zu finden
• deinem Trauerweg mit Klarheit und Zuversicht zu begegnen
• die Realität des Todes behutsam zu akzeptieren
• eine tragende innere Verbindung zur verstorbenen Person aufzubauen oder zu bewahren
• Identitätskonflikte zu klären und neue Orientierung zu entwickeln
• Selbstwert und innere Stabilität zu stärken
• den Verlust in dein Leben zu integrieren
• eine gewandelte Form von Trauer zu erfahren, die Verbindung und Lebendigkeit zulässt
Ablauf
Ich begleite deinen Weg durch die Trauer – achtsam, traumasensibel und in deinem Tempo.
Die Sitzungen finden in einem Rhythmus statt, der sich nach deiner Situation, der Intensität der Belastung und dem aktuellen Prozess richtet.
Verwaiste Eltern
Im speziellen biete ich auch Trauerbegleitung für Verwaiste Eltern an.



